Modellprojekt 5 im Modellprogramm zur Digitalisierung bildgebender Verfahren
und Bildkommunikation der Krankenhäuser des Freistaates Sachsen
 

Ebene 2: Leistungsprozessbewertung und Kosten-Nutzen-Analyse


Zielsetzung:

In der Ebene 2 soll nach einheitlichen, vergleichbaren und übertragbaren Kriterien eine Bewertung der Projektergebnisse nach
  • medizinisch-strukturellen,
  • betriebs- und volkswirtschaftlichen sowie
  • technischen Aspekten
durchgeführt werden.
Ziel ist, diese Ergebnisse auf andere Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen in Sachsen zu übertragen und Förderrichtlinien für zukünftige Krankenhaus-Investitionen abzuleiten.


Methode:

Als Methode wurde hierzu der Einsatz eines Betriebsmodells ("Marburger Modell") gewählt. Es handelt sich um ein Simulations- und Referenz-Modell auf Grundlage einer ereignisgesteuerten dynamischen Prozesssteuerung der 5. Generation. Dieses Marburger Betriebsmodell basiert auf dem sogenannten Ampel-Modell. Hier wird die Bild- und Befundkommunikation als Teilprozess im sogenannten diagnostisch-therapeutischen Kontinuum betrachtet. Es wird dabei der gesamte Leistungsprozess von der Leistungsanforderung (Ampelstop im Primärbereich!) bis zur entscheidungsrelevanten Ergebnisvorlage einbezogen. Als Hauptkriterium gelten nach internationalem Standard hier die Leistungskriterien "Wartezeit von Anforderung bis Ergebnisvorlage" (Turn Around Time, TAT) sowie die "Gesamtkosten der Leistungserbringung".

Erst in jüngster Zeit wird berücksichtigt, dass die Evaluierung von Bild- und Befundkommunikation als Informationsereignis einer eigenen Methodik bedarf und nicht mit solchen für klinische Studien, die sich an unterschiedlichen Therapiekonzeptionen orientieren, bedient werden kann. Mit der Evaluierung der Ebene 2 wird deshalb im Sächsischen Telemedizin Modellprogramm gleichzeitig methodisches Neuland betreten. Dies setzt sich in der ökonomischen Evaluierung fort, bei der zur Bewertung der Leistungsstrukturen im Sinne der Prozeßorientierung nicht der klassische betriebswirtschaftliche Status, sondern Activity Based Costing (ABC) eingesetzt wird. Hierdurch soll die Wertschöpfung eindeutiger identifiziert werden.

Für die Kostenanalyse ist entscheidend, dass neben der unterschiedlichen Leistungsstruktur, wie
  • Standard-Röntgen,
  • Spezial-Röntgen,
  • Schnittbildverfahren
auch weitere wichtige Dienstleistungen, wie
  • klinische Demonstrationen
  • Konferenzen und
  • Konsultationen
abgebildet werden.

Darüber hinaus wird eine Differenzierung der Dienstarten durchgeführt, z.B. von Regel- und Bereitschaftsdiensten. In der Ebene 2 werden mit Hilfe des Betriebsmodells damit folgende Betrachtungen ermöglicht:
  • zuweiserbezogen zur Struktur-Analyse und Optimierung der Kooperationsbeziehungen und Leistungen
  • produktbezogen zur Transparenz und Optimierung der Produktstruktur bezüglich Wartezeit und Kosten
  • aktivitätsbezogen zur Bewertung der eingesetzten Technik und Organisation.
Durch den Einsatz von Betriebsmodellen ist damit eine Integration der strategischen und operationellen Planung möglich, d.h. es können Strategie und Zielsetzung mit Implementierungsmaßnahmen verbunden werden. Damit liegt der Managementschwerpunkt mehr bei der zielorientierten Gestaltung der Leistungsvoraussetzung statt Resultate aufwendig messen zu lassen.


Durchführung:

Die Durchführung der Evaluierung Ebene 2 erfolgt nach einer Entscheidung des Wissenschaftlichen Beirates für alle Projekte einheitlich nach dem oben beschriebenen Verfahren durch die Firma pphc GmbH. Wissenschaftlicher Begleiter dieser Evaluierungsebene ist Prof. Dr. Klaus Jochen Klose, Philipps Universität Marburg.
 
   
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